13.11.2024
Gotha
Festung GrimmensteinSchloss FriedensteinKasemattenZisterneBastionSicherung Ostturm

Kasematten, Zisterne und Bastionen von Friedenstein

von Hans-Georg Kühm und Horst-Diether Ritz, 13. November 2024

Weitere fachliche Informationen auf dieser Website im Verzeichnis Exkursionen -  "Kasematten Friedenstein" vom 13.01.2007

* Ostflügel von Schloss Friedenstein
* Gruppenfoto: Mitte - Lieselotte Schuchardt (Die Organisatorin)

Herr Udo Hopf, Heimatforscher und Kenner der  historischen Anlagen von Schloss Friedenstein und dessen Vorgänger Festung Grimmenstein, hat zu einer besonderen Führung gerufen, die die Besucher auch in versteckte Teile der "Unterwelt" dieses bis zu 500 Jahre alten Gemäuer führen sollte. 
Burg Grimmenstein wurde 1215 erstmals erwähnt, im 16. Jahrhundert wurde die Festung Grimmenstein auf den Resten der Burg erbaut.

Und 10 Interessenten, die sich bei der Organisatorin Lieselotte Schuchardt angemeldet hatten, sind gekommen, um in die Kellerräume von Schloß Friedenstein und weitere Sehenswürdigkeiten hinabzusteigen.

Nach dem Gruppenfoto und einer kurzen Einleitung auf dem Schlosshof ging es sofort in den Untergrund. Wir stiegen in die Kelleranlagen/Kasematten des Ostflügels hinab. 

Historisch gesehen waren das die Zulieferwege für die Küche und der Zugang für Leute aus den niederen Schichten der Gesellschaft. Der Adel ließ es nicht zu, dass Vertreter des Volkes ihre Wege kreuzten. Vertreter des Volkes durften unter keinen Umständen ins Schloss und auch nicht auf den Schlosshof. Ausgenommen waren nur die Pagen. 

1. Teil - Kasematten unter dem Ostflügel von Schloss Friedenstein

Unser unterirdischer Weg führte uns durch den gesamten Ostflügel, unter den Ostturm und bis zum Zugangstor zu Festung Grimmenstein und Schloss Friedenstein, das direkt in den Rosengarten führt. Durch das Tor ist das Herzogliche Museum zu sehen.
In diesem 1. Teil unseres Rundgangs konnten wir sehen, wie viel von der Festung Grimmenstein im Untergrund noch vorhanden ist. Viele Grundmauern sind in Schloss Friedenstein verbaut. Es war auch zu sehen, dass an der Pflege dieses Teils des Schlosses in der Gegenwart immer noch sehr wenig getan wird. Schade.

2. Teil - Zisterne unter dem Schlosshof

Unsere Reise in die Vergangenheit führte uns zur Zisterne unter dem Schlosshof. Als wir nach dem Abstieg über eine Leiter und ein paar Stufen plötzlich vor einem Wasserbecken von 17m x 10m standen, war die Überraschung für mich sehr groß. Solche Bauten hatte ich bisher nur bei Auslandsreisen in antiken orientalischen Bauten gesehen, z.B. im Iran. In Gotha hätte ich so etwas nicht erwartet. 
Das Wasser steht in diesem Becken 2,5m hoch. Es war für das Schloss die Notversorgung. Das tägliche Wasser erhielt das Schloss vom Leinakanal. Das Wasser, vor dem wir gerade standen, war das Regenwasser, das von den Dächern des Schlosses aufgefangen wurde. Das war das Highlight unserer heutigen Exkursion.

3.Teil - In einer der beiden Nord-Bastionen


Jetzt wollten wir noch mehr sehen. Udo Hopf führte uns außerhalb um das Schloss herum in Richtung nordwestliche Seite zu einem Eingang tief unter dem Schlosshof. Hier befand sich eine der vier Bastionen, von denen aus die Festungssoldaten den 10 m tiefen Festungsgraben verteidigen konnten. 
Das sind Bauten, die uns 500 Jahre in die Vergangenheit führten. Wir sind begeistert.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Udo Hopf. Er hat uns zum Staunen gebracht.

Schießscharte
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