Herausragende Leistung der Erbauer
Hugo Mairich mit Hermann Fecht (1844-1926 ) auf der Fahrt zur Gothaer Talsperre. Hermann Fecht war Kaiserlicher Ministerialdirektor (höchster Wasserbeamter im Deutschen Kaiserreich, insbesondere für Talsperrenobjekte). Er unterstützte Hugo Mairich bei seinem Stauweiherprojekt. Das Auto ist ein Wartburg, Baujahr 1895.
Quelle: Matthias Doht: Gustav Ehrhardt, der Autopionier in Eisenach. Die Geschichte der Wartburg-Motorwagen. Eisenach 2016.

Knappes Wasser - hoher Bedarf

Gotha wurde als Villa gotaha erstmals im Jahre 775 in einer Urkunde des Frankenkönigs Karl des Großen erwähnt. Vielfach ist zu hören, dass dieser Name soviel heißt wie Ort am guten Wasser. Gotha erhielt seinen Namen möglicherweise auch von dem kleinen Flüßchen Goth, das die Stadt tangierte und Wasser für die Stadtbefestigung lieferte.
Aber innerhalb dieser Befestigung gab es in Gotha kein natürliches fließendes Gewässer. Das sollte sich bald als grundlegender Nachteil erweisen. Mit wachsender Einwohnerzahl wurde es immer schwieriger, den Wasserbedarf aus Brunnen zu decken. Gerade die zahlreichen Brände machten eine ausreichende Versorgung mit Wasser immer dringender.
"Und doch war sein Bau für Gotha ein Segen und eine Großtat, die wohl verdient, sich näher mit ihr zu befassen." — Geh. Baurat Albert Döll, 1922
Wesentlich für die Stadtentwicklung
Der Leinakanal war daher wesentlich für die Stadtentwicklung von Gotha und seiner Umgebung. Er diente hautsächlich der Versorgung mit Wasser für den Hausbedarf, die Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe (Gerber, Bierbrauer u. a.), Feuerlöschzwecke und den Betrieb von Mühlen (Mahl-, Schleif- und Schneidemühlen). Übersicht über die historische Nutzung

Damals und heute
Folgende Objekte waren und sind teilweise bis heute vom Leinakanal abhängig: Aquädukt, Sundhäuser Mühle, Westbad, Leinamühlen, Parkteiche, Marstall, Alte Münze, Wasserkunst (mit der Pumpenanlage im Lucas-Cranach-Haus)
Bauzeit Leinakanal
Der Bau des Leinakanals wurde 1369 vollendet. Der Beginn der Bauarbeiten ist nicht dokumentiert.
Flößgraben
Der Flößgraben wurde von 1647-1653 gebaut, 1697-1698 ausgebaut und 1709-1710 erweitert.
Aquädukt
Um 1845 wurde das Aquädukt über die neue Bahnstrecke erbaut.