05.07.2017
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Historische Anlagen der Wasserversorgung

Quelle: Heimat Thüringen, 24. Jahrgang 2017, Heft3, Seite 31

Historische Anlagen der Wasserversorgung:
Wasserkanäle (Beispiel: Leinakanalsystem)

Neben dem Helbesystem® im Kyffhäuserkreis gehört das Leinakanalsystem im heutigen Landkreis Gotha zu den bedeutenden historischen Wasserbauanlagen Mitteldeutschlands. Beim Leinakanal handelt es sich um einen 28,6 km langen Kunstgraben, den Landgraf Balthasar in den Jahren 1366 bis 1369 zwischen Schönau v. d. W. und Gotha anlegen ließ, um die wasserarme Residenzstadt zu versorgen. Das Kanalwasser wurde u.a. für die Viehtränke sowie für den Antrieb der Mühlen benötigt. Zumindest in den ersten Jahrhunderten des Kanalbetriebs konnte man es außerdem als Trinkwasser gebrauchen.® Mit dem Ziel, die Wasserzufuhr im Leinakanal zu erhöhen, erfolgte zwischen 1647 und 1653 auf Anordnung von Herzog Ernst I. der Bau des Flößgrabens. Er beginnt in Georgenthal und führt das aus der Apfelstädt abgeschlagene Wasser bis nach Emleben, wo es in den Leinakanal mündet.

Im Zusammenhang damit konnten im Leinakanal auch Scheithölzer über eine relativ lange Strecke geflößt werden. Für Exkursionen zum Thema »Wasser in der Kulturlandschaft« bietet das fast unveränderte Kanalsystem beeindruckende Haltepunkte.

Der Leinakanal am Boxberg bei Gotha (Foto: Mathias Deutsch)
Der Leinakanal am Boxberg bei Gotha (Foto: Mathias Deutsch)