21.11.2025
Gotha - Sundhausen
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von Dirk Bernkopf

Gotha lässt das Aquädukt sperren

Stadtverwaltung riegelt das historische Bauwerk mit Gittern ab. Radfahrer und Fußgänger können die Brücke nicht mehr nutzen

Gotha. Seit dem Sommer ist das Betreten des Aquädukts am Leinakanal bei Sundhausen offiziell verboten, Schilder wiesen darauf hin. Die Wirkung war überschaubar - Wanderer und Radfahrer liefen weiter über das knapp 180 Jahre alte Brückenbauwerk. Dem schiebt die Stadt Gotha jetzt einen Riegel vor und hat das Aquädukt mit Stahlgittern gegen das Betreten gesichert.

Seitdem das Bauwerk mit der Verlegung der Bahnstrecke und der letzten Zugfahrt am 3. Dezember 1994 seinen Zweck erfüllt hatte, wurde es zum Ausflugsziel für viele Gothaer. Wer mit dem Rad vom Berlach in Richtung Hörselgau/Waltershausen unterwegs ist, der schiebt sein Rad über das Aquädukt, denn der Feldweg nördlich der Bahnlinie ist besonders nach Regen in einem schlechten Zustand. Auf Radkarten ist die Passage der Brücke sogar Teil des Radwegenetzes. Das ist nun Geschichte.

Nach anfänglichen Verbotsschildern hat die Stadt Gotha jetzt die Aquädukt-Brücke mit Gittern absperren lassen. Ein Durchkommen für Fußgänger ist nicht mehr möglich. DIRK BERNKOPF
Nach anfänglichen Verbotsschildern hat die Stadt Gotha jetzt die Aquädukt-Brücke mit Gittern absperren lassen. Ein Durchkommen für Fußgänger ist nicht mehr möglich. DIRK BERNKOPF

Der Freundeskreis Leinakanal, der sich für den Erhalt des technischen Denkmals und seiner Bauwerke engagiert, zeigte sich von der Anbringung der Sperrschilder im Sommer überrascht. Die waren nämlich mit Schlauchschellen am ohnehin fragilen gusseisernen Geländer angebracht. „Wir unterstützen alle Maßnahmen, um den Leinakanal und sein markantestes Bauwerk, das Aquädukt bei Sundhausen, zu erhalten und bekannt zu machen, aber an einem Denkmal macht man nichts fest", sagt Hans-Georg Kühm, Vorsitzender des Freundeskreises Leinakanal. Er und seine Mitstreiter suchten Kontakt zu den Verantwortlichen der Stadt und einigten sich bei einem Vorort-Termin auf die jetzige Lösung. Die Sperrgitter sind mit dem historischen Geländer nicht fest verbunden, verhindern dennoch wirksam ein Betreten der Brücke.

Bis heute ist strittig, wem das Bauwerk auf dem Gebiet von Gotha-Sundhausen gehört. Die Sperrung sei keineswegs ein Bekenntnis zur Übernahme des Bauwerks, lässt die Stadt wissen. „Die Stadtverwaltung hat den Übergang über das Aquädukt abgesperrt, da hier „Gefahr in Verzug“ ist. Die Standsicherheit des Brückengeländers ist nicht mehr gewährleistet. Da sich das Aquädukt auf der Gemarkung Gotha befindet, wurde die Sperrung durch die Stadt Gotha veranlasst, unabhängig davon, wer der Besitzer ist“, so Pressesprecher Maik Märtin auf Anfrage.

„Wir akzeptieren die Maßnahme und sehen das als eine provisorische Sperrung an“, sagt Hans-Georg Kühm. Der Leinaer hofft nun darauf, dass sich für Radfahrer eine passable Umfahrung findet und diese ausgeschildert wird.