27.09.2009
SüdtirolWaaleVinschgauTscharser Schnalswaal

Exkursion nach Südtirol zu den Waalen

von Erika Gessner, 27. September 2009

Vorbemerkung. Vom 23.-27. September 2009 befanden sich Mitglieder des Freundeskreises Leinakanal auf Exkursion in Südtirol. "Ihr kommt aus Gotha in Thüringen?" fragte Perfler Karl, Bergführer aus dem Vinschgau, zur Begrüßung und fügte schnell hinzu: "Thüringen kenne ich. Da ist es schön. Es gibt zwischen Thüringen und dem Vinschgau eine Parallele: ihr habt den Leinakanal, der sich durch die Landschaft schlängelt und wir haben die Waale, die entlang der Alpenhänge das Wasser zu den steil ansteigenden Feldern bringen." Und schon begann die freundliche und sachkundige Führung entlang der Waale, dem alten Bewässerungssystem am Sonnenberg im unteren Vinschgau. "Was die Niederschläge betrifft, haben wir hier sizilianische Verhältnisse", fügt Perfler schmunzelnd hinzu. "Wir finden in Südtirol eine bemerkenswerte Steppenvegetation in Mitteleuropa."

Abfahrt

Hinfahrt - Mittagessen in München. Fotos: Erika Gessner
Hinfahrt - Mittagessen in München. Fotos: Erika Gessner

Speicherkraftwerk Walchensee

Pünktlich 8 Uhr begann unsere Fahrt von der Oststraße in Gotha. Die Mitfahrer des PKW von Wolfgang Möller - Horst-Diether Ritz, Klaus Kiel und Erika Gessner - waren sehr gespannt auf die kommenden Sehenswürdigkeiten. Die Fahrt verlief ohne Hindernisse. So ging es zügig durch unser Land mitten in die Berge. Nach einer stärkenden Mittagspause in München fuhren wir nach Kochel am See. Durch das schöne Wetter strahlten die Häuser mit ihrer Blumenpracht und die Natur um die Wette.

Unser nächstes Ziel, das Speicherkraftwerk Walchensee, wurde von 1918 bis 1924 erbaut. In einer interessanten Führung wurden wir mit vielen Details bekannt gemacht. Das Kraftwerk hatte bereits damals eine Leistung von 124.000 Kilowatt (124 Megawatt). Es gehörte damit zu den größten Wasserkraftwerken der Welt. Auch heute gilt es mit der Jahreserzeugung von rund 300 Millionen Kilowattstunden als eines der größten Hochdruckspeicherkraftwerke in Deutschland. Nun ging die Fahrt weiter nach Weilheim, wo wir im Naturfreundehaus übernachteten. Nach einem gemütlichen Abendbrot bummelten wir durch das romantische Städtchen. Den ersten Tag meisterten wir mit Bravour.

Auf dem Weg nach Kurzras

Unsere Fahrt am anderen Tag führte an der Europabrücke, an Innsbruck und am Brennerpass vorbei. Auf dem Weg nach Kurzras / Südtirol statteten wir einen Besuch in Katharinaberg ab. Von dort hatten wir einen malerischen Blick auf die Berge und Täler und den Stausee Vernagt.

Hochdruckwasserkraftwerk Walchensee/Oberbayern
Hochdruckwasserkraftwerk Walchensee/Oberbayern

Unser Hotel in Kurzras

Nun wurde die große Anlage unseres Blu-Hotels sichtbar. Mehrere Gebäude gehören dazu. Nach kurzer Zeit waren die wichtigsten Formalitäten im Hotel erledigt, wie Zimmerbelegung, Essenzeiten, Fahrstühle usw. Diese Anlage umfasst Sportplätze, Gletscherbergbahn, ein großes Hallenschwimmbad und Geschäfte. Von unserer 8. Etage hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Berge, die Gletscherbahn, das Tal und den Schnalsbach.

Blick auf Kurzras - 2010 m (links der Ort und rechts die Hotelanlage)

Enlang der Waale

Am anderen Morgen fuhren wir zum Stausee Vernagt, danach zu unserem Ziel, dem Waalweg nach Juval, der schließlich bis zur Ortschaft Tschars führte.

Am Beginn des Kanals trafen wir uns mit dem Bergführer Karl Perfler. Er berichtete über die Geschichte und die Notwendigkeit der Waale. Da es schon immer sehr wenig Wasser im Schnalstal und im Vinschgau gab, wurden die künstlichen Kanäle gebaut - mit viel Mühe und schwerer Arbeit. Es gibt offene, verrohrte und aus dem Fels gehauene Wasserwege. Alle Möglichkeiten wurden ausgeschöpft. Der Waaler war zuständig, wenn etwas nicht in Ordnung war am Wasserlauf. In Abständen hatte man eine Glocke angebracht am Durchlauf. Floss das Wasser einen anderen Weg durch Verschmutzung musste der Waaler kommen, wenn die Glocke schwieg.

Sonnenaufgang in den Alpen
Sonnenaufgang in den Alpen
Bergführer Karl Perfler am Beginn des Schnalswals
Bergführer Karl Perfler am Beginn des Schnalswals
Der Schnalsbach beginnt seinen Weg ins Tal bis zur Etsch
Der Schnalsbach beginnt seinen Weg ins Tal bis zur Etsch
Fruchtbare Auen im Südtiroler Vinschgau mit der Etsch
Fruchtbare Auen im Südtiroler Vinschgau mit der Etsch
Der Tscharser Schnalswaal im Vinschgau
Der Tscharser Schnalswaal im Vinschgau
Karl Perfler am neuen Waalerhaus des Tscharser Schnalswaals
Karl Perfler am neuen Waalerhaus des Tscharser Schnalswaals
Neues Waalerhaus am Tscharser Schnalswaal
Neues Waalerhaus am Tscharser Schnalswaal

Im Lebensraum von Ötzi

An der Talstation der Schnalstaler Gletscherbahn beginnt unsere Wanderung in die Berge
An der Talstation der Schnalstaler Gletscherbahn beginnt unsere Wanderung in die Berge
Wanderung auf einem sicheren Weg in einer Höhe von 2300 m
Wanderung auf einem sicheren Weg in einer Höhe von 2300 m

Heimfahrt

Am folgenden Morgen fuhren wir wieder heimwärts durch das Schnalstal, Vinschgau, Meran, Bozen, Sterzing, Brennertunnel, Innsbruck, Autobahn Richtung München. An der Raststätte Nürnberg Feucht legten wir die letzte Pause ein und sind bei einbrechender Dunkelheit wohlbehalten in Gotha angekommen. Diese Reise war wunderschön, interessant und lehrreich. Sie hat uns allen sehr gefallen.