von Peter Rieke, Freier Mitarbeiter
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120 Jahre Alte Tambacher Talsperre: Vom prunkvollen Fest zur beliebten Wander-Attraktion
Tambach-Dietharz. Hochwasserschutz und Open-Air-Events: Die Talsperre bleibt ein Magnet für Groß und Klein. Führungen, Läufe und Musik sorgen für viel Bewegung und gute Laune.
Von Peter Riecke, freier Mitarbeiter, 08.07.2026

Am 7. Juli 1906 standen hunderte Menschen in festlichen Kleidern, Frack und Zylinder zur Einweihungsfeier auf der Mauerkrone der Staumauer der heute „Alte Tambacher Talsperre“, oft auch „Gothaer Talsperre“ genannt, denn auf Initiative aus Gotha entstand sie und sie diente der Trinkwasserversorgung der damals stark wachsenden Stadt.
Heute, 120 Jahre später, waren es zum gleichen Datum im Verlauf des Jahres weniger Menschen: Hans-Dieter Linz, der Betriebsleiter der Thüringer Fernwasserversorgung, dem heutigen Besitzer; Undine Rausch von der Tourist-Information des Erholungsortes Tambach-Dietharz; Olaf Graf, der regelmäßig Führungen zur Talsperre anbietet; und Larissa Kurz aus der Pressestelle der Thüringer Fernwasserversorgung.

Die Bedeutung des auch heute noch durch Größe und Gestaltung beeindruckenden Bauwerkes ist vielfältig. Das angestaute Wasser der Talsperre dient seit 120 Jahren der Trinkwasserversorgung, heute vorrangig als Reserve, sporadisch auch direkt. Die Trinkwasseraufbereitungsanlage funktioniert noch heute. Das Wasser kommt aus der Apfelstädt und dem Mittelwasser und über eine Überleitung aus der größeren Schmalwasser-Talsperre, die Mittelwasserstollen genannt wird.

Eine kleine Staureserve für den Hochwasserschutz bleibt immer. Der touristische Wert ist enorm. „Wasser zieht Menschen schon seit Urzeiten an“, sagt Undine Rausch aus der Tourist-Information der Stadt Tambach-Dietharz. Zwar ist die Nutzung durch den Trinkwasserschutz stark eingeschränkt. Mit Booten auf dem Stausee zu fahren, wäre nicht erlaubt.
Aber als Wanderziel bleibt sie wie die Schmalwasser-Talsperre beliebt. Dort kann man im Sommer am Falkenstein und ganzjährig nahe dem Fuß der Staumauer im „Räubertisch“ sogar nach der Wanderung einkehren. Die gute Luft und die kühlende Wirkung der Wasseransammlung werden von vielen Wanderern als angenehm empfunden.

Ein nächstes Ereignis an der Talsperre ist der Zwei-Talsperren-Lauf am 23. August, der auch Bestandteil des „Laufcup Vier Jahreszeiten“ ist. Dort gibt es sechs unterschiedliche Strecken von einem bis 17 Kilometern, gedacht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Auch Nordic Walking ist dabei. Unter www.wintersport-tambach.de kann man sich noch bis zum 21. August anmelden, erinnert Betriebsleiter Hans-Dieter Linz, der auch zum Sportverein gehört und Leiter der Organisation des Laufes ist.
Historisches Wasserkraftwerk und Freizeit-Hotspot: Die Gothaer Talsperre feiert Geburtstag!
Undine Rausch verweist auf das „Talsperren-Open-Air“ am Samstag, dem 1. August, ab 20 Uhr mit den „4 SWƎDES“, einer Abba-Coverband mit viel Show, und am Sonnabend ab 15 Uhr mit den Hermannsteiner Musikanten mit Sänger „Hans im Glück“. Der Platz für die Auftritte ist vor der Staumauer, selbstverständlich auf der trockenen Seite. Auch diese Veranstaltungsreihe gibt es bereits seit Jahren.

Beliebt sind jederzeit die Führungen zur Talsperre, die Olaf Graf im Auftrag der Stadt Tambach- Dietharz anbietet. Sie gibt es jeden Mittwoch ab 10 Uhr im historischen Sägewerk beginnend und Sonntag ab 10 Uhr nur auf die Talsperre bezogen. Am Mittwoch im Verlauf der Führung und am Sonntag zu Beginn ist auch eine kleine Ausstellung mit historischen Fotos und Dokumenten und einem Modell geöffnet. An den Talsperren-Führungen 2025 nahmen 450 Personen teil, heißt es aus der Tourist-Information.
Die Alte Tambacher Talsperre hat bei Vollstau elf Hektar Wasserfläche. Der Einstau begann bereits im Frühjahr 1906.